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Meine Oma und Opa 1943

Meine Großeltern im Jahre 1943, meinen Opa habe ich nie kennengelernt, er ist vor meiner Geburt gestorben. Er selbst hat nur ein Enkelkind gekannt, den Rest der Kinderschar nicht mehr, schade.

Ich stellte mein Rad in die Scheune und ging mit dem Blumenstrauß noch oben. Ein Geleeglas diente als Vase und ich holte mir im Hof das Wasser. Ich las im Augenblick einen Roman über Cowboys und Indianer und war in der Mississipi Ebene, als meine Mutter von unten mit einem drohendem Unterton nach mir rief.

Bei diesem Ton fiel mir sofort ein, daß ich eigentlich das Geschirr spülen und die Küche aufräumen sollte. Mit absolut schlechtem Gewissen ließ ich meinen Roman, legte ein Lesezeichen zwischen die Seiten und ging hinunter.

War sie geladen, ich bekam die quasi fünfzigste Rede für diese Arbeit gehalten und war dabei das Wasser aufwärmen zu lassen. Ich spülte und meine Mutter fing an zu kochen, dabei fing sie immer wieder an über mich zu schimpfen. Als das Wasser warm genug war spülte ich und räumte danach auf.

Was mich dabei schon immer aufgeregt hat, wenn ich mal alles schön in Ordnung hatte, kaum waren alle da und wir hatten gegessen, sah es in der Küche wie vorher aus. Zwecklos sich besondere Mühe zu geben, bei uns sah es immer sehr bewohnt aus.

Als ich am nächsten Tag von der Schule heimkam, meinte meine ältere Schwester autoritär, bevor ich irgendetwas anderes mache, soll ich meine Arbeit im Haushalt erledigen. Es entzündete sich zwischen uns ein Streit, der damit endete, daß meine Hand mit allen fünf Fingern in ihrem Gesicht zu sehen waren. Was bildete die sich eigentlich ein, ein Jahr Differenz war zwischen uns zwei und zu sagen hatte sie mir gar nichts, wer war sie denn.

Ich wußte, daß abends etwas von meinen Eltern kam und ich hatte nicht verkehrt gelegen. Meine arme Schwester, wir nannten sie Christkindchen, wie konnte ich nur. Sie hat aber nachdem nur noch einmal versucht mich zu etwas zu bewegen oder zu bevormunden aber das war viel, viel später. Ich hatte für diese Zeit meine Ruhe und habe den Ansatz im Keime erstickt. Gewalt ist das letzte Mittel der Verteidigung aber da ging es nicht anders ein weiterer Dialog in dieser Art war ausgeschlossen.

Hat sie den Rücksicht genommen, denk mal nicht, war zwar schon etwas her, aber als ich bei meiner Oma schlafen mußte, weil sie herzkrank war, hatte ich eine Puppe. Die einzige die ich überhaupt jemals hatte, die verlor ab und zu ihren Kopf aber ich habe sie gemocht. Mein Bruder und Schwester kamen zur Oma und ich spielte mit meiner Puppe und ausgerechnet als die zwei in das Zimmer kamen verlor sie den Kopf. Mein Bruder gab dem Kopf einen Stoß mit dem Fuß und ich war entsetzt, daß war der Kopf von meiner Puppe und kein Ball. Als meine Schwester merkte wie weh mir das tat, stieß sie den Kopf meiner Puppe mit dem Fuß zu meinem Bruder zurück und die beiden fingen an Fußball mit dem Kopf meiner Puppe zu spielen. Meine Oma machte dem Spiel ein Ende und meine Geschwister sind lachend davon gelaufen. Ich war in Tränen aufgelöst und suchte den Kopf, der unter dem Bett meiner Oma gelandet war und steckte ihn wieder auf den Rumpf.

Meine Oma versuchte mich zu trösten und erklären, daß Puppen doch nur Gegenstände sind und nicht leben. Es hat gewirkt, ich spielte nicht mehr mit Puppen.

 

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